Erfahrungsbericht: WikiWolves Einsatz bei Wietzendorf

15.04.2016 - Über den „Freundeskreis freilebender Wölfe e.V.“ erreichte mich die Bitte einer Mutterkuhhalterin, ihr beim Zaunbau zu helfen. Nach einem zweiten Übergriff von einem Wolf auf ihre Herde im Herbst 2015 mussten ihre Festzäune dringend aufgerüstet bzw. neu gebaut werden, bevor sie die Kühe dieses Frühjahr wieder auf die Weide lassen wollte. Zu dieser ersten WikiWolves Aktion in Niedersachsen rückte ich am ersten Samstag im April mit zwei weiteren motivierten Freiwilligen an, um die Landwirtin und drei Familienangehörige beim Zaunbau zu unterstützen.

Foto © Uwe Martens / Freundeskreis freilegender Wölfe e.V.

Als erstes sollte der alte Stacheldrahtzaun abgebaut werden. Schnell lernten wir, was Krampen sind (übergroße Heftklammern, die den Stacheldraht am Pfosten halten), und wie man sie entfernt. Wenn ich eines gelernt habe, dann dass ich sehr sparsam mit Krampen umgehen und sie möglichst nicht ganz in den Pfosten treiben werde, sollte ich je einen Stacheldrahtzaun bauen. Diejenigen, die den Zaun später wieder abbauen müssen, werden es mir danken!

Zwischendurch bekamen wir sogar Besuch von einer Reporterin der Lokalzeitung, die uns alle interviewte und einen sehr schönen Artikel über unsere Aktion schrieb (http://www.boehme-zeitung.de/lokales/news/artikel/ich-will-kein-wolfsfutter-zuechten.html - leider nicht frei zugänglich). Nach drei Stunden Arbeit bei herrlichstem Wetter und den angenehmen Lauten vorbeiziehender Kraniche wurde uns am Hof ein grandioses Mittagessen serviert. Es war eine lustige und laute Truppe, die sich dort am Esstisch einfand.

Nach der Pause ging es wieder auf die Weide, wo wir nach weiteren ein bis zwei Stunden das Ende des Zauns erreichten. Da waren wir stolz, hatten wir doch knapp 3 km Stacheldraht entfernt! Als Nächstes entfernten wir an einer Seite der Weide das dichte Brombeergestrüpp (mit einer Kombination aus Mistgabel und Sense) und sammelten restliche Stacheldrahtstücke ein.

Zu guter Letzt setzten wir an einer Seite der Weide neue Pfosten ein. Als die Sonne eindeutig dem Horizont entgegen ging, machte sich die Erschöpfung bei allen bemerkbar, und wir entschieden, diese erste Aktion für beendet zu erklären. Bei einem leckeren Abendessen saßen wir noch lange zusammen und sprachen über die erfolgreiche Aktion, wie wir zu WikiWolves gekommen sind und unsere Sichtweisen zum Thema „Wolf“. Von allen Teilnehmenden kamen während und nach der Aktion durchweg positive Rückmeldungungen: uns Freiwilligen hat es einen Riesenspaß gemacht, bei dem schönen Wetter draußen zu arbeiten und neue Leute kennenzulernen, und die Mutterkuhhalterin war uns unglaublich dankbar für unsere Hilfe. Ich selbst weiß jetzt, dass solch eine Aktion sehr viel Spaß machen kann und freue mich auf die nächste Aktion (z.B. die Folgeaktion auf dem gleichen Hof, geplant für den 23.4.2016 – Interesse? Schreibt mich an! E-Mail: niedersachsen@wikiwolves.org).

Bericht und Fotos (wenn ohne Quellenangabe): Christine Paetzold

Nach oben