Mehr als 100 Wölfe in Niedersachsen

Grafik © LJN

03.05.2017 - Am 30. April 2017 endete das Wolfsmonitoringjahr 2016/2017. Unter Vorbehalt noch ausstehender Meldungen und abzuschließender Bewertungen, veröffentlicht die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN)  die aktuellen Daten zur niedersächsischen Wolfspopulation.

„Im Rahmen der nationalen Monitoringstandards konnten in Niedersachsen 11 Gebiete mit territorialem Wolfsvorkommen bestätigt werden – hierunter fallen die aktuell bestätigten neun reproduzierenden Wolfsrudel“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.  Räumlich verortet sind diese in den Bereichen Munster, Bergen, Gartow, Eschede, Cuxhaven, Wietzendorf, Schneverdingen, Göhrde und Ostenholz. „Sicher nachgewiesen werden konnten im Rahmen des Monitorings in diesem Zeitraum mindestens 44 Welpen“, so Reding weiter. Bei den beiden anderen territorialen Wolfsvorkommen handelt es sich um ein Wolfspaar im Bereich Barnstorf sowie einen residenten Einzelwolf im Bereich Ebstorf.
Zudem gibt es Gebiete in denen ein territoriales Vorkommen sehr wahrscheinlich ist, jedoch der endgültige Nachweis noch aussteht. Im Raum Visselhövede zum Beispiel, konnten im November und Dezember 2016 jeweils fünf Wölfe anhand von Fotofallenaufnahmen nachgewiesen werden. Bevor dieses Rudel aber als solches offiziell bestätigt werden kann, wird behördlicherseits ein genetischer Nachweis verlangt, um auszuschließen, dass es sich bei diesen Tieren um ein benachbartes Rudel handelt. Ähnlich gelagert war die Situation im Bereich Ostenholz: Dort wurden im August 2016 fünf Welpen anhand von Fotofallenaufnahmen bestätigt. Ergebnisse genetischer Untersuchungen lieferten aber erst jetzt den offiziellen Nachweis, dass es sich bei den Tieren nicht um Mitglieder des benachbarten Rudels in Bergen handelt. „Das Rudel im Raum Ostenholz ist damit das neunte in Niedersachsen nachgewiesene“, so Reding.
Weitere Gebiete in denen aufgrund mehrerer Nachweise permanentes Wolfsvorkommen vermutet wird sind bei Wendisch Evern, Scheeßel, Bremervörde, Osterholz-Scharmbeck und Bippen.
In zwei Gebieten ist der Status des Wolfsvorkommens unklar: auf dem Schießplatz von Rheinmetall wurde im Monitoringjahr 2014/2015 ein Wolfsrudel bestätigt, allerdings konnte dessen Reproduktion in den beiden Folgejahren nicht mehr nachgewiesen werden. Regelmäßige Nachweise von mehreren Wölfen stützen allerdings den Verdacht, dass dieses Rudel immer noch existiert. Im Gebiet östlich von Eschede war seit dem Jahr 2015 ein residenter Einzelwolf bekannt, genetisch konnte das Tier aber nicht mehr nachgewiesen werden.
Außerhalb der Gebiete mit permanentem Vorkommen hat es über das Monitoringjahr hinweg mehrere Einzelnachweise gegeben. So wurden erst kürzlich einzelne Wölfe in der Nähe von Springe, Salzgitter und Bad Gandersheim nachgewiesen.

Zu Beginn des neuen Wolfsmonitoringjahres 2017/2018 ist von einem dreistelligen Wolfsbestand in Niedersachsen auszugehen.

Quelle: Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) / wildtiermanagement.com

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