Status Wolf April 2017

10.05.2017 - Wir haben 61 Wolfsrudel in Deutschland, Stand vor der Welpensaison 2017. Paare, die in diesen Tagen erstmals Welpen geworfen haben, sind also nicht mitgezählt. Und Achtung: Das ist nicht die offizielle Zahl, sondern das ist einzig und allein das Ergebnis meiner eigenen Recherchen. Territoriale Paare oder bestätigte Einzelwölfe habe ich auch nicht in die Grafik aufgenommen.

Im Dezember war ich noch von 63 Rudeln ausgegangen. Inzwischen sind zwei Rudel erloschen. Zum Ende des Monitoringjahres, also ein Jahr früher, waren es 46 Rudel plus 15 territoriale Paare. Diese 46 Rudel geistern bis heute in den Medien, aber auch in offiziellen Verlautbarungen als „aktueller Stand“ herum, und das ist ärgerlich.

Seit es WOLFSITE gibt, also seit drei Jahren, habe ich wiederholt zu erklären versucht, warum es zu unterschiedlichen Zahlen kommt. Die Diskrepanz zwischen „meinen“ 61 und den „offiziellen“ 46 Rudeln erklärt sich für jeden, der mitdenkt, rechnerisch allein daraus, dass aus den 15 territorialen Paaren von vor Jahresfrist Rudel geworden sind, weil Welpen geboren wurden. Außerdem wird das eine oder andere Rudel erst später, nach dem offiziellen Berichtstermin festgestellt.

Kritiker nehmen solche Missverständnisse gerne zum Anlass, die Qualität des Wolfsmonitorings in Deutschland in Frage zu stellen. Andere lehnen die Fokussierung auf Rudel überhaupt ab und fordern, Individuen statt Rudel zu bestätigen. Sie machen sich keine Vorstellung davon, wie viel schwieriger das wäre, wie viel größer die Fehler wären, wie viel größer der Aufwand sein müsste – ja überhaupt: dass es schlicht unmöglich wäre. Und dass es für die Lösung von Konflikten nichts brächte.

In den einzelnen Bundesländern ergibt sich folgender Stand:

Brandenburg                             21
Mecklenburg-Vorpommern         3
Niedersachsen                            9
Sachsen                                    17
Sachsen-Anhalt                         11

Unser Wolfsmonitoring kann sich international sehen lassen. Und es ist um ein Vielfaches besser als das, was wir als Bestandserfassung oder auch nur Schätzung etwa bei unseren größeren Schalenwildarten (Rot- und Rehwild) zu bieten haben.

Ulrich Wotschikowsky

Dieser Artikel ist auf der WOLFSITE http://woelfeindeutschland.de/ erschienen. Wir danken dem Autor für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichtung.

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