Weitere Wolfsrisse nachgewiesen

27.09.2017 - Das schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium berichtete in der ersten Septemberhälfte über eine Reihe eindeutiger Wolfsnachweise (Kategorie C 1) aus verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins. Während in einigen Fällen lediglich Fotos zur Bestimmung vorlagen, konnten in anderen Fällen genetische Nachweise erbracht werden – in drei dieser Fälle konnte das verursachende Tier eindeutig identifiziert werden. Es handelte sich um einen Wolf, der aus der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern stammt und die Kennzeichnung GW 781m erhalten hatte.

Heute (26. September 2017) wurden dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement durch das Senckenberg-Forschungsinstitut zu drei weiteren Fällen Untersuchungsergebnisse vorgelegt:

Als Verursacher eines Zwischenfalls nahe Oldenswort in der Gemeinde Garding (Kreis Nordfriesland) am 8. September 2017, bei dem ein Schaf getötet wurde, konnte ein Wolf des Haplotyps HW01 nachgewiesen werden.

Im Rahmen von Nutztierrissen, die am 14. September 2017 aus der Gemeinde Glüsing (Kreis Dithmarschen) gemeldet worden waren, konnte ebenfalls ein Wolf gleichen Haplotyps (HW01) ermittelt werden. Im Rahmen dieses Vorfalls wurden insgesamt fünf Schafe getötet und weitere 11 Tiere verletzt – alle verletzten Schafe mussten in der Folge durch einen Tierarzt eingeschläfert werden. Bei diesem Nachweis handelt es sich um den 42. Nachweis eines Wolfes in Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2007.

Weitergehende genetische Untersuchungen zu einem Wolfsriss, bei dem nahe der Ortschaft Breiholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) am 3. September 2017 ein Schaf durch einen Wolf des Haplotyps HW01 getötet und zwei weitere verletzt wurden (davon hatten wir schon berichtet), identifizierten als Verursacher ebenfalls das Lübtheener Tier mit der Kennnummer GW 781m, einen jungen Rüden.

Die Beobachtungen und Daten der oben genannten Rissvorfälle wurden der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf zur fachlichen Beurteilung vorgelegt.

Die betroffenen Tierhalter wurden von den zuständigen Wolfsbetreuern über die Ergebnisse der oben genannten Untersuchungen informiert. Ihnen wurden darüber hinaus die sogenannten Herdenschutz- pakete des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements angeboten, um den Schutz ihrer Tiere im betroffenen Gebiet zeitnah verbessern zu können. Es besteht für sie darüber hinaus die Möglichkeit, einen finanziellen Ausgleich der ihnen entstandenen Schäden aus Mitteln des Landes zu erhalten.

Quelle: Pressemitteilung Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein vom 26.09.2017