Ein Wolfsstein für Schleswig Holstein

Bericht: Jens Hennings

Bei meinen Recherchen über Wolfssteine in Deutschland ist mir aufgefallen, dass es hier in meinem Bundesland keinen Wolfsstein gibt, obwohl es auch hier früher frei lebende Wölfe gab. Das sollte sich ändern.

Am Wochenende des 5. u. 6. Juli 2008 hatten wir und die Besucher des Wildparks Eekholt die wohl einmalige Gelegenheit bei der Entstehung eines Wolfssteines zu zusehen. Dieser Wolfsstein soll an den Abschuss des letzten frei lebenden Wolfes im Herbst 1820 bei Brokenlande erinnern.

Als Ausgangsmaterial diente ein ca. 3,5 to schwerer Findling, der uns von einem Kiesgrubenbesitzer gespendet wurde. Die letzte Eiszeit hat diesen schweren, roten, nordischen Granitstein in der Nähe des Abschussortes zurückgelassen. Somit lag er schon da, als der tödliche Schuss fiel.

Kay Birkefeld, ein befreundeter Steinmetzmeister aus Hamburg, hatte sich gerne bereit erklärt die umfangreichen Arbeiten am Findling zu übernehmen. Zuerst wurde die zu bearbeitende Fläche geweißt, damit der einzumeißelnde Text und die Silhouette eines Wolfskopfes sichtbar vorgezeichnet werden konnte. Mit einem pneumatisch betriebenen Meißel wurde nun Buchstabe für Buchstabe, der Wolfskopf und zusätzlich noch ein Pfotenabdruck in den harten Granit getrieben. Als alles fertig war, wurden mit einer speziellen Farbe die eingemeißelten Buchstaben und Bilder ausgemalt. Nach Angabe des Steinmetzes wird die Farbe ca. 10 Jahre halten, dann ist sie verwittert und die Natur übernimmt die farbliche Gestaltung.

Auch an die kleinen Besucher hatten wir gedacht, sie durften sich daneben an einem Tisch einen eigenen Wolfspfotenabdruck herstellen. Hierfür hatte Manuela auf Ytongbruchstücken die Umrisse der Ballen und Krallen einer Pfote vorgezeichnet. Die Kinder haben dann mit einem kleinen Löffel die Vertiefungen der Ballen und Krallen in den weichen Kunststein gekratzt. Die Vertiefungen wurden zum Schluss mit Holzkohle noch etwas eingefärbt und so sind dann wahre Schmuckstücke entstanden, die sie mit nach Hause nehmen durften.

Mit unserem Infostand standen wir neben der Aktionsfläche und mussten die vielen Fragen der Besucher zu den frei lebenden Wölfen in Deutschland und zu den uns bereits bekannten Wolfssteinen, die wir als Bilder auf eine Tafel geklebt hatten, beantworten.

Jetzt ist der Stein fertig und wir suchen nun eine Transportmöglichkeit, um den schweren Brocken an seinen endgültigen Standort bei Brokenlande zu bringen.