Ein Wolfsstein für Schleswig Holstein

Bericht: Jens Hennings

Ca. zwei Jahre ist es her als ich mit dieser Idee im Wildpark Eekholt vorstellig wurde. Es war nicht schwer die maßgeblichen Leute des Wildparks von der Idee zu überzeugen. Für mich wäre es kaum möglich diese Idee kostengünstig umzusetzen und die erforderlichen Genehmigungen zu bekommen, wären ein weiteres Problem. Hier ist es für einen in der Region etablierten und für seine gute Arbeit bekannten Wildpark sehr viel einfacher. Er hat die nötigen Verbindungen und Kontakte zu den Behörden, Forstverwaltungen und sonstigen Sponsoren, die bei solcher Aktion sehr nützlich sind. So war es dann auch, dass sich ein Kiesgrubenbesitzer bereit erklärte den großen Granitfindling zu spenden. Der zuständige Bürgermeister des nahen Ortes und der Förster waren schnell überzeugt und gaben ihre Zustimmung zu dem Vorhaben. Den jetzt noch benötigten Steinmetz kannte ich und auch er war sofort bereit uns dabei zu unterstützen, denn er ist von Wölfen genauso fasziniert wie ich.

Nun musste ich noch die Stelle ausfindig machen, wo tatsächlich der letzte frei lebende Wolf Schleswig Holsteins geschossen wurde. Hierfür konnte ich mit Hilfe des Wildparks eine handschriftliche Aufzeichnung über die letzten frei lebenden Wölfe Schleswig Holsteins auftreiben. Aus diesen Aufzeichnungen konnte ich das Jahr, die Jahreszeit und den Abschußort des letzten Wolfes entnehmen.

Im Sommer des Jahres 2008 wurde nun auf einer Sonderveranstaltung im Wildpark, durch den befreundeten Hamburger Steinmetzmeister Kay Birkefeld, die Beschriftung des großen Findlings vorgenommen. Da alles mit wenigen finanziellen Mitteln durchgeführt werden musste, dauerte es wieder einige Monate, bis eine Möglichkeit gefunden wurde den ca. 3,5 Tonnen schweren Granitfindling an seinen endgültigen Standort zu transportieren.

Am 2. Februar 2009 war es so weit und im Beisein von Vertretern des Umweltministeriums des Landes Schleswig Holsteins ging es los. Außerdem waren noch ein Vertreter der Forstbehörde, Vertreter der Jägerschaft, der alte und der neue Bürgermeister des Ortes Großenaspe, Vertreter von Naturschutzverbänden und noch einigen Anderen, sowie viele Pressevertreter anwesend.

Nachdem viele „wichtige“ Worte gesprochen waren, kam das schwere Gerät zum Einsatz und der Granitfindling wurde auf einem mit Tannenzweigen dekorierten Anhänger geladen. Da die schweren Fahrzeuge einige Zeit unterwegs sein würden bis sie ihr Ziel erreichten, lud der Wildpark alle Anwesenden noch zu einem kleinen Imbiss ein. Danach fuhren alle im Konvoi in das Waldstück bei Brokenlande (Ortsteil von Großenaspe) zum Vierkamp, um das Aufstellen des ersten Wolfssteines in Schleswig Holsten mit zu erleben. Das gestaltete sich jedoch schwieriger als erwartet, denn der Weg war durch den mittlerweile festgefahrenen Schnee sehr glatt geworden und außerdem sollte der Stein ja noch hinter einem kleinen Graben abgelegt werden. Hier hatten die großen Maschinen ihre Mühe, aber schließlich gelang es und der Stein liegt nun auf seiner kleinen „Insel“.

An diesem Platz soll er nicht nur an den Abschuß des letzten frei lebenden Wolfes im Herbst 1820 erinnern, sondern es soll auch ein Zeichen für einen Neuanfang sein.