Der Wolf im Schafspelz

Bericht: Janine Meißner

„Gefilzt – gestrickt – gesponnen“ – unter diesem Motto fand am 25. April 2010 in Bad Schandau im Nationalparkzentrum das nunmehr schon 7. Wollfest statt. – Es war das erste seiner Art unter Beteiligung des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V., weshalb dort auch nach Wolfsart „geheult“ wurde.

Um nicht von vornherein als Wölfe wahrgenommen und vom nur und ausschließlichen Schaffest ausgeladen zu werden, schlüpften wir in den Nutztierpelz und mischten uns unter die Herde.

Es dauerte nicht lange und die von Amelie Zander und Knut König ersonnene Strategie ging vollends auf! Ohne jegliche Angst vor dem Wolf filzten und bastelten die Kinder mit den beiden. – So konnten wahlweise „Wölfe im Schafspelz“ oder „Schafe im Wolfspelz“ angefertigt und Vorurteile abgebaut werden – unter Verwendung echter und reiner Schafwolle versteht sich.

Diese Hürde war genommen – und wir damit in die Herde integriert.

Wo, wenn nicht auf dem Wollfest, sollten wir unsere Zielgruppe für eine Beratung in Sachen Herdenschutz und Prävention vermuten. – So warteten wir auch mit einem Infostand auf, an dem wir mit speziellen Materialien für Schäfer und Nutztierhalter wertvolle Öffentlichkeitsarbeit leisten konnten.

Der Nationalpark Sächsische Schweiz schmückt sich mit dem Luchs als „Wappentier“. Der Luchs ist wie der Wolf ein Großraubtier, welches sich anschickt, wieder heimisch zu werden. Immer wieder waren über die Lautsprecher Aufrufe zu vernehmen, sich doch unbedingt am Stand des Freundeskreises freilebender Wölfe e.V. darüber informieren und beraten zu lassen.

Denn der Wolf unterscheidet nicht zwischen „erlaubter“ und „untersagter“ Beute. Zu seinem Beutespektrum zählen Rehe, Hirsche und Wildschweine – wildlebende Huftiere also. Umso wichtiger ist es, Haus- und Nutztiere geeignet zu schützen, damit sie für den Wolf keine attraktivere Beute darstellen. Selbst das sehr wehrhaft anmutende Jakobsschaf ist da keine Ausnahme.