Wolfstage im Wildpark Lüneburger Heide am 29. und 30. Mai 2010

Bericht: Jens Hennings

Was für ein Wetter am ersten Tag dieser Wolfstage, das hatten wir hier im Wildpark gar nicht erwartet. Bei hochsommerlichen Temperaturen von rund 25 Grad  sprachen viele Besucher von „Kaiserwetter“. Ca. 2000 Besucher nutzten diesen schönen Tag um sich bei den Vorträgen von Tanja Askani, Theo Gründgens und bei uns am Infostand des „Freundeskreises freilebender Wölfe e.V.“ über die Wölfe im Allgemeinen und besonders über die frei lebenden Wölfe in Deutschland zu informieren. Der Wildpark hatte uns hierfür ein großes geräumiges Zelt aufgebaut, dass wir uns mit der GzSdW teilten. Da auch die Samen in Nord Schweden häufig mit dem Wolf in Berührung kommen, wurde anlässlich der Wolfstage hier ein kleines Samenlager aufgebaut. In den beiden Nomadenzelten gab es die typische Kleidung der Samen, Felle und Ausrüstungsgegenstände der Rentierwirtschaft zu sehen. Rentierschlitten, mit denen die Samen im Winter über die weiten Schnee- und Eisflächen fahren, waren ebenfalls ausgestellt.                                                                                  

Wie wir von unseren vorhergehenden Infoständen schon wussten, war auch hier unsere große Tafel über die Verbreitungsgebiete der frei lebenden Wölfe in Deutschland ein Publikumsmagnet. Den ganzen Tag über standen wir für Fragen der Besucher zur Verfügung, die wir dann ausführlich beantwortet haben. Zeitweilig wurden es sogar kleine Vorträge, denn das Interesse am Thema Wolf wurde immer größer. Über die Akzeptanz in der Bevölkerung, das Verhalten der Jäger und auch über Haustierverluste mussten wir Auskunft geben. Hier konnten wir dann auch viele Unterschriften sammeln, für unsere Petition gegen die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht. Die ersten Seiten waren schnell mit Unterschriften gefüllt.

Hinter unserem Zelt war das Gehege der Schneeziegen und eine der Ziegen hatte am 27. Mai Nachwuchs bekommen. Die Ziegenmutter sorgte sich rührend um ihr kleines zwei Tage altes Lamm, das war natürlich für die kleinen Parkbesucher niedlich anzusehen und die Eltern hatten dadurch Zeit sich das Leben der Wölfe von uns  ausführlich erklären zu lassen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, so dass die Zeit wie im Fluge verging. Gegen 17:00 Uhr war die Veranstaltung für den ersten Tag beendet und wir konnten unsere Ausstellungsstücke langsam einpacken.

Danach hatte Tanja Askani noch ein besonderes Angebot für uns gehabt. Wir durften sie zu einem kleinen Ausflug auf eine Waldlichtung außerhalb des Wildparks begleiten. Hier ließ sie dann die kleine Polarwölfin „Naaja“, die sie erst vor kurzer Zeit direkt aus Kanada geholt hatte frei laufen. Da alle Polarwölfe in Deutschland von einem einzigen Paar, das vor vielen Jahren nach Deutschland kam, abstammen, soll die kleine „Naaja“ hier bei uns für frisches Blut sorgen. „Naaja“ war am 1. April 2010 geboren und hatte das Glück, dass sie bei Tanja Askani gleich zwei Spielgefährten gefunden hat. Es ist ein Muffellamm, deren Mutter bei der Geburt verstorben war und etwa im gleichen Alter ist wie „Naaja“. Dann gibt es noch einen winzigen Dackelwelpen „Amsel“, der sehr lebendig ist und schon machen „Kampf“ mit „Naaja“ durchgestanden hat. Außerdem waren noch ihre beiden Deutsch-Drahthaar Jagdhunde dabei.

Die kleine Polarwölfin, der Dackelwelpe und das Muffellamm spielten und tobten unermüdlich über die Wiese und durch das kleine Waldstück. Es war eine Freude sie dabei zu beobachten. Das Muffellamm attackierte immer wieder aufs Neue den kleinen Wolfswelpen und wenn er ihr zu aufdringlich wurde, suchte das kleine Lamm schnell Schutz bei Tanja. Noch wissen die beiden nicht, dass sich das bald ändert und das Lamm dann zum Beutetier des Wolfes werden wird, wenn der Mensch nicht aufpasst.

Der Sonntag ging dann fast buchstäblich im Regen baden und es kamen deutlich weniger Besucher in den Park. Da unser Infozelt auf einem abschüssigen Weg stand, flossen zeitweilig drei kleine Bäche durch das Zelt und wir hatten Mühe alle unsere Sachen auf die Bänke zu stellen. Das war das Wetter, das wir hier im Park schon häufig hatten, aber unsere gute Laune blieb erhalten. Das Programm war identisch mit dem des Sonnabend  und um 17:00 Uhr war es geschafft. Wir konnten einpacken und die Heimreise antreten. Evtl. ist es uns gelungen wieder neue Mitglieder für unseren Verein zu gewinnen.