Wölfen auf der Spur?

Bericht und Fotos Jens Hennings

Es scheint ganz so so, als ob im Kreis Stormarn in der Umgebung des Truppenübungsplatzes Wüstenei in der Nähe von Lübeck, ein Wolf umherstreift. Anfang Juli wurde von zwei Bürgern unabhängig voneinander eine Wolfssichtung gemeldet. Die Beschreibung des Tieres und der Gangart war so klar, dass man auf einen Wolf schließen könnte. Eine Sichtung ist allein aber noch kein Beweis, dass es sich hier tatsächlich um einen Wolf handelt. Es fehlen noch weitere Hinweise, die uns den endgültigen Beweis liefern würden.

Völlig ausgeschlossen ist es tatsächlich nicht, dass sich in Schleswig Holstein Wölfe ansiedeln oder sie das Land zumindest durchstreifen. Bereits am 23. Apr. 2007 wurde in Schleswig Holstein auf der B 76 zwischen Süsel und Haffkrug ein Wolf überfahren. Es war der erste Wolf, der nach Abschuss des letzten frei lebenden Wolfes im Jahre 1820 nach Schleswig Holstein zurückgekehrt war.

Grund genut, uns auf die Suche nach Spuren zu machen. Mehrfach haben wir das frei zugängige Gelände um den Truppenübungsplatz abgesucht, wurden aber leider nicht fündig. Deshalb vergrößerten wir den Radius und kamen so zu einem Wilddurchlass an der A 20. Hier waren viele Spuren von Reh, Fuchs, Marder, aber auch von Hunden zu finden. Plötzlich entdeckte ich einen Pfotenabdruck, der sich deutlich von den anderen unterschied. Er war von einem hundeartigen Tier und hatte die Maße, die wir von Wölfen kennen. Der Abdruck war 9,5 cm lang und ca. 8 cm breit, also längsoval. Doch leider konnten wir aus den füns bis sechs Abdrücken keine Gangart ableiten, denn dafür waren sie zu wirr angeordnet. Als ein relativ sicheres Indiz gilt nur der geschnürte Trab, bei dem der Wolf - ähnlich wie ein Fuchs - Pfote in Pfote setzt. Die meisten Hunde dieser Größe können das nur über kurze Strecken.
Wir aber fanden keine so geformte Spur und konnten die Fährten auch leider nicht weiter verfolgen. Denn der Boden war im weiteren Verlauf geschottert. Wir entschlossen uns hier am Wilddurchlass eine Fotofalle zu installieren, um evtl. ein Bild von dem Tier zu bekommen. Zwei Fotofallen hat uns die Landesregierung für unser Monitoring zur Verfügung gestellt, eine davon sollte hier erstmalig zum Einsatz kommen.

Am Montag den 16. August bauten wir die Anlage auf. Ein langer mitgebrachter stabiler Holzpfahl war schnell eingegraben, und die Apparatur daran sicher befestigt. Um die Funktionsfähigkeit zu überprüfen, bin ich anschließend in einiger Entfernung im aufrechten Gang an der Kamera vorbei gegangen und sie machte tatsächlich ein Bild von mir. Da wir aber ja möglichst einen Wolf damit erwischen möchten, habe ich das im wolfsähnlichen Gang (auf allen vieren) wiederholt, und auch das funktionierte. Nun sind wir gespannt, was diese Kamera nach einem Zeitraum von vier Wochen alles im Kasten hat. Hoffentlich haben wir dann einen sicheren Beweis und können bestätigen, dass hier ein Wolf umherstreift.