Kinder-Wolfscamp 2010

Bericht: Jens Hennings

Unser 8.Kinder-Wolfscamp der AG-Nord vom 27.08. bis 29.08.2010  auf dem Projektgruppengelände des Wildpark Eekholt, stand wettermäßig unter keinem guten Stern. Eigentlich haben wir es bei unseren Wolfscamps immer mit Wespen zu tun, aber diesmal kam es ganz anders. Regen, sehr viel Regen war es, der uns zu schaffen machte. Aber unser Wolfscamp ist nun einmal eine Outdoorveranstaltung und da darf man sich von solchen Naturgewalten nicht unterkriegen lassen. Der Aufbau unserer Zelte fand schon im strömenden Regen statt. Als uns dann die Eltern ihre Kinder anvertrauten wurde der Regen langsam weniger und hörte zum Abend hin ganz auf. Von 24 angemeldeten Kindern kamen immerhin noch 20 Kinder um an dieser seit Jahren bewährten Veranstaltung teilzunehmen.

Nach einer kurzen Begrüßung richteten die Kinder in den verschiedenen Zelten ihr Nachlager ein und draußen wurde es trocken. Mit einem neuen Programmpunkt konnten wir jetzt ins Wochenende starten.

Als erstes haben wir ihnen die verschiedenen Kommunikationsmöglichkeiten der Wölfe, wie die vielfältigen Lautäußerungen, die Körpersprache, Mimik und auch die Urin- und Kotmarkierungen, erklärt. Diese theoretische Einführung in die Kommunikation der Wölfe wurde nach einer kurzen Pause mit einem dazu passenden Spiel abgeschlossen. Jeweils drei Kindern wurden mit einem Tuch die Augen verbunden und über das „Heulen“ sollten sie sich auf einer großen freien Fläche finden. Das klappte sehr gut und somit haben sie auch schnell begriffen  wie Wölfe sich über eine große Entfernung finden können.

An einem gemütlichen Lagerfeuer konnten sich die Kinder nun Stockbrot backen und Würstchen am Spieß braten.

Zum Abschluss des ersten Abends gingen wir wieder alle zusammen auf einen in der Nähe zum Wolfsgehege liegenden Parkplatz, um durch unser abwechselndes Heulen die Gehegewölfe zum Antworten zu motivieren. Es gelang uns eine kurze Antwort aus dem Gehege zu bekommen.

Die Nacht war sternklar mit leichtem Mondschein und trocken, dafür aber recht kalt.

Das Frühstück am nächsten Morgen konnten wir im Freien einnehmen und so in den Tag starten. Der Sonnabend ist bei uns so geplant, dass es nach dem Frühstück  mit etwas Theorie zum Thema Wolf allgemein und mit einem kurzen Vortrag über die Geschichte der frei lebenden Wölfe in Deutschland beginnt. Dann folgt das Mittagessen und danach gibt es einige Rollenspiele, die das bis dahin gelernte Wissen über den Wolf vertiefen sollen. Hierbei hatten wir Glück mit dem wechselhaften Wetter, denn immer wenn wir unsere Vorträge und Spiele durchführten, war es trocken. Zwischendurch gab es hin und wieder heftige Regenschauer, die wir in unserem aus Planen errichteten Unterstand abwarteten. Auch die Fütterung der Gehegewölfe und die anschließende Flugschau der Greifvögel konnten wir trocken miterleben.

Als alle danach wieder im Camp versammelt waren nahmen die Kinder im Tipi Platz. Hier hat dann ein professioneller Geschichtenerzähler, unser „Kindianer“ Gerd, mit ihnen am kleinen Lagerfeuer indianische Lieder gesungen, getrommelt und ihnen Geschichten über Indianer und Wölfe erzählt.

Nach dem anschließenden Abendbrotessen, wo wieder am Lagerfeuer Stockbrot und Würstchen gebraten wurden, wurden die Taschenlampen der Kinder mit rotem Papier abgedunkelt. Das ist besonders wichtig, damit bei unserer späten Nachtwanderung zu den Gehegewölfen, die Tiere nicht durch hellen Lichtschein gestört werden.

Die Nachtwanderung starteten wir um ca. 21:30 Uhr bei völliger Dunkelheit. Am Wolfsgehege wurden wir schon von einem Wolf erwartet. Er stand einige Meter vom Zaun entfernt und war schemenhaft zu erkennen. Die Kinder haben ihn leise angeheult und zu unserem Glück legte er den Kopf in den Nacken und gab ihnen eine kurze heulende Antwort. Unser Rückweg ins Camp führte uns an den Wildschweinen, Dachsen und Füchsen vorbei. Die Wildschweine kamen aus dem Wald und begrüßten uns grunzend und quickend am Zaun. Die Kinder waren begeistert, denn das hatten sie nicht erwartet. Auch die Dachse und Füchse waren nachtaktiv und haben sich uns so spät am Abend noch einmal gezeigt. Das war sicher ein einmaliges Erlebnis für uns und die Kinder, denn wer hat schon mal bei Dunkelheit diese Tiere in Aktion gesehen.

Im Camp angekommen verschwanden die Kinder gleich in ihren Schlafsäcken und es war Ruhe. Wir Betreuer genossen noch für kurze Zeit das Lagerfeuer bevor auch wir uns zurück zogen. Nachts begann es wieder zu regnen, aber zum Sonntagsfrühstück war es dann wieder trocken. Auch unsere abschließende Wolfsrallye in kleinen Gruppen durch den Wildpark konnten wir trocken durchführen. Die Rallye ist so gestaltet, dass die Kinder bei einigen Aufgaben das Erlernte über den Wolf anwenden müssen. Haben sie alle Aufgaben richtig gelöst, ergibt sich ein Lösungswort, das in diesem Jahr „Wolfsspur“ hieß.

Nach dem anschließenden Mittagessen konnten die Kinder ihre Sachen packen und noch etwas toben. Zum Abschluss gab es für jedes Kind noch eine Teilnehmerurkunde und einige gedruckte Informationen über den Wolf  damit sie etwas zum nachlesen haben.

Einstimmige Meinung der Kinder zu dieser Veranstaltung war,  „cool“ und sie würden gerne im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Natürlich waren unsere Zelte beim Abbau nass und somit war ich noch weitere drei Tage damit beschäftigt diese großen Stoffmengen zu drehen und zu wenden, damit sie endlich trocken wurden.

Es hat sich hier mal wieder bestätigt, dass mit einem tollen Team auch solche widrigen Wetterverhältnisse gemeistert werden können.