Der Wolfsgalgen von Oestringfelde (Niedersachsen)

Der Galgenbaum in Oestringsfelde. Foto: Jens Hennings

Oestringfelde ist ein Ortsteil der Gemeinde Schortens im Landkreis Friesland. Hier stand einst ein Benediktinerkloster, an das heute eine Parkanlage erinnert. Das Kloster gibt es nicht mehr, aber hier in Oestringfelde befindet sich noch heute ein sogenannter "Galgenbaum" mit einer Bronzetafel davor. Die Jahreszahl 1738 auf der Tafel erinnert an ein über 270 Jahre zurückliegendes Ereignis. Zu dieser Zeit gab es hier in der Gegend noch vereinzelte Wölfe, die es häufig auf die Schafe und Ziegen der hier lebenden Menschen abgesehen hatten. In der Nacht vom 20. auf den 21. November 1738 versuchte ein Wolf in den Stall des Wildschützen Hans Richter einzudringen und wurde dabei überrascht. Der Sohn, Anton Richter, brachte daraufhin den Wolf mit einem gezielten Schuss zur Strecke. Als Anerkennung für diese mutige Tat erhielt er vom Fürsten eine Prämie von vier Talern.

Bronzetafel am Galgenbaum in Oestringsfelde. Foto: Jens Hennings

Der tote Wolf wurde zur Besichtigung und als Beweis seines Todes über einen starken Ast einer in der Nähe stehenden Eiche gehängt. Im Laufe der Jahre musste mehrfach ein neuer "Galgenbaum" aufgestellt werden, bis es dann ab 1908 in Vergessenheit geriet. Im Jahre 1931, die zweite Jahreszahl auf der Tafel, hat man die Sache wieder aufgegriffen und einen neuen "Galgenbaum" mit der jetzt noch vorhandenen Bronzetafel aufgestellt. Wenn jetzt der "Galgenbaum" erneuert werden muss, wird er auch heute noch mit einem kleinen Festakt aufgestellt.
Dieser getötete Wolf war aber nicht der Letzte in der Region. 1767 wurde in Spohle ein Wolf erlegt und der wohl Letzte Wolf in Ostfriesland wurde 1776 von einem Bauern in Coldinne geschossen. Hin und wieder gelangten auch noch später Wölfe als Einzelgänger bis an die Weser.

Quelle: Heimatverein Schortens

Koordinaten:  UTM  33U  E 428980  N 5932524

Text und Fotos: Jens Hennings